Expressives Schreiben bedeutet, die eigenen Gefühle, Bedürfnisse, Gedanken und Impulse zu beschreiben. Dabei ergründet man sich selbst und lernt sich selbst besser zu verstehen. Dies sind die Voraussetzungen, um sich auch in andere Menschen hineinversetzen zu können. Die Fähigkeit solcher Perspektivwechsel, braucht es, um im sozialen Miteinander kompetent agieren und reagieren zu können. Im Zwischenmenschlichen müssen wir in der Lage sein, unsere Bedürfnisse und die anderer zu erkennen, anzuerkennen und miteinander zu vereinbaren. Dies ist besonders dann schwer, wenn die Bedürfnisse weit auseinandergehen oder zuwiderlaufen. Wenn man es schafft, den anderen zu verstehen, indem man die Dinge aus seiner Warte betrachtet, fällt es leichter Kompromisse zu schließen. Den anderen zu verstehen, mindert Wut, Aggression und Ängste in Konflikten. So bleibt man in der Lage, rational und auch emotional kompetent, miteinander umzugehen.
Wer in Texten soziale Situationen seines Lebens oder auch erfundene Dialoge schreibt, lernt, dass das soziale Miteinander kommunikativen Regeln folgt. Auf Aktionen folgen Reaktionen. So kann jeder Beteiligte, die Situation mitgestalten. Wenn man es schafft, sich auf einer liebevollen und verstehenden Ebene zu begegnen, finden sich für alle Konflikte Lösungen. Das heißt nicht, dass die Bedürfnisse aller zu einhundert Prozent erfüllt werden. Aber, dass was einem wirklich am Herzen liegt, wird verstanden und gewürdigt.
Gerade wer sich schwer tut, in heiklen Situationen einen klaren Kopf zu bewahren, kann besonders vom expressiven Schreiben profitieren. Er lernt seine Emotionen so auszudrücken, dass andere ihn verstehen können und reflektiert ebenso die Befindlichkeiten anderer. Besonders heikle Situationen können auch in Texten vorbereitet werden.

Text: Tanja Arnold

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