Was ist eine Krisenintervention und wie führt man sie durch?

Antwort: Eine Krisenintervention wird dann genutzt, wenn der Patient ernsthaft über Suizid nachdenkt. Die Krisenintervention hat zum Ziel, den Patienten soweit zu stabilisieren, dass er keinen Suizid begeht.

Wie geht man vor, wenn der Patient mit Suizid droht?:

Eine kurze Bemerkung vorweg: Natürlich ist so eine Situation eine große Herausforderung für den Therapeuten. Um etwas den Druck aus der Situation zu nehmen (für den Therapeuten), finde ich folgende Einstellung zu dem Thema sehr entlastend: Nicht der Therapeut muss den Patienten davon überzeugen, dass er sich nicht umbringen sollte, sondern der Patient den Therapeuten. Schafft er es nicht, handelt es sich um einen Notfall und der Patient wird eingewiesen.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Der Patient befindet sich noch im Erwägungsstadium oder Ambivalenzstadium (ist also noch nicht akut Suizid gefährdet). Hier greift die Krisenintervention. Sie läuft in unterschiedlichen Schritten ab (die Reihenfolge der Fragen kann auch variieren): 

Wenn ernsthafte Suizidgedanken diagnostiziert worden sind, sollte die Krisenintervention sofort einsetzen.

Auf gar keinen Fall darf aufdeckend gearbeitet werden (z. B. nach Ursachen in der Kindheit suchen).

Vertrauen aufbauen: Patienten zuhören, ihn ernst nehmen, nicht verurteilen, als Notsignal verstehen.

Analyse der Situation: Wenn bei der Diagnose noch nicht erfragt: Genau nach Selbstmordplänen fragen (wann und wie). Auch Hintergründe abklären (welche Probleme scheinen unlösbar).

Alternativen aufzeigen

Soziales Umfeld mit einbeziehen (Wie sieht sein soziales Umfeld aus? Kann er zu jemanden Kontakt aufnehmen?)

Anitsuizidvertrag: Hier wird ein kurzer Vertrag aufgesetzt, in dem der Patient sich dazu verpflichtet, in einem bestimmten Zeitraum keinen Suizid zu begehen.

Viele Termine: Der Patient sollte bis zum Abklingen der Symptome möglichst „engmaschig“ betreut werden (mehrere Sitzungen in der Woche).

Karteikarte mit Telefonnummern: Der Patient sollte eine Karteikarte mit Telefonnummern von Personen bekommen, an die er sich im Notfall wenden kann (Freunde, Familie, Therapeut, Notseelsorge etc.).

Hausarzt konsultieren: Mit dem Hausarzt Maßnahmen absprechen (z. B. Überweisung zum Psychiater).

2.  Der Patient ist akut gefährdet, er befindet sich in dem Entschluss-Stadium:                                                       

             Hier greift das Psych-KG.