Künstlerische Ausdruckswerkzeuge für Therapeuten

Wiesmann (3)Alexandra Takats

Förderung des intuitiven kreativen Prozesses

 

Durch diese einjährige Fortbildung „Künstlerische Ausdruckswerkzeuge für Therapeuten“ wird ein kreativer Entwicklungsprozess im Rahmen des therapeutischen Settings initiiert. Ausgangspunkt ist und bleibt dabei die eigene fachspezifische Orientierung, die durch den Einsatz künstlerischer Werkzeuge eine sinnvolle Ergänzung findet.

 

Zum Einsatz kommen:

• die Kraft der Töne, Klänge, Rhythmen
• der bewegte authentische Ausdruck
• das intuitive Malwerk
• die verkörperten Rollen, Archetypen, Traumfiguren

Der Mensch wird so als Wesen und Persönlichkeit in seinem Entwicklungs- und Heilungsprozess auf
allen Ebenen seines Seins (Geist – Körper – Gefühle – Spirit) wahrgenommen und gefördert.

Inhalt des Kurses:

Das formale Setting beachtet in allen Modulen folgende Faktoren:

1. Modul Theoretische Paradigmen und struktureller Aufbau
2. Modul Anforderungsprofil für die künstlerische Begleitung therapeutischer Prozesse
3. Modul Symptome und die Weisheit des Körpers
4. Modul Im Wechselbad der Gefühle – Gefühlskreislauf
5. Modul Der Weg ist dort, wo die Konflikte und Widerstände sind
6. Modul Die Essenz künstlerischen Ausdrucks im Rahmen der Therapie auf den Punkt gebracht

Intention und Ziel

Die zwei wichtigsten Aspekte, die für den ergänzenden Einsatz künstlerischer Medien in therapeutischer Arbeit sprechen, sind:

1. Erweiterung verbaler Therapieverfahren mit nonverbalen kreativen Ausdrucksmöglichkeiten, die erfahrungsorientiertes Ausprobieren direkt während des therapeutischen Settings ermöglichen. Dies kann Patienten Mut machen, die dadurch gewonnenen Erkenntnisse in den Alltag zu transferieren auf dem individuellen Weg zur heilsamen Lebendigkeit.

2. Es gibt Therapiesituationen, wo rein verbale Arbeit ihre Grenzen hat. Das kann in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Fall sein, mit kognitiv und geistig beeinträchtigten Patienten, bei frühen Störungen der Entwicklung oder stagnierenden Therapieprozessen. Mit kreativem Ausdruck wird ein spielerischer, spontaner Zugang zum Patienten erreicht. Durch anschließende Reflexion wird eine Synthese zwischen Fühlen und Denken, zwischen Intuition und Empfinden, Worten und Handeln, Unbewussten und Bewussten auf verbaler Ebene geschaffen. Therapieprozesse kommen so wieder auf eine andere Art und Weise ins fließen.

Einführungs-Seminar

als Impulsgeber zum Kennenlernen der vier künstlerischen Medien. Es wird ein erfahrungsorientierter,
kreativer Prozess angeregt. Der individuelle künstlerische Ausdruck und die Transformationswege
von einem Medium zu einem anderen Medium stehen im Mittelpunkt des erlebbaren Geschehens.
Themen ergeben sich aus dem persönlichen Prozess oder dem der Gruppe.
Feedbackrunden: Reflexion, Austausch, Fragen und Antworten runden den Forschungsprozess ab.
Die Einführung kann separat gebucht werden und soll die Entscheidung für die Teilnahme an der
Fortbildung erleichtern. Die Termine finden Sie unter Workshops

1. Modul

.
Theoretische Paradigmen und struktureller Aufbau Inhalt

Wie geht`s weiter, wenn die vorrangig verbal ausgerichtete Therapie an ihre Grenzen stößt? Gründe
werden bewusst, die aus eigener oder KlientInnen-Sicht dafür sprechen, das individuelle
Therapieverfahren zu erweitern.

• Unser ganzheitlich-künstlerisch ausgerichteter Therapie-Ansatz: Aufbau und Struktur
• Überblick: Gehirn im Kontext therapeutischer Prozesse
• Konkret: Einsatz von künstlerischen Medien im therapeutischen Prozess
• Kreative Techniken als Ressourcen der KlienentInnen
• Scheu und Angst als Grenze vor dem kreativen Ausdruck zu überwinden
• Praxis: Forschungsprozesse unter Beachtung individueller Fragestellungen und Fallvignetten

2. Modul

Anforderungsprofil für die künstlerische Begleitung therapeutischer Prozesse

• Der sich seiner selbstbewusste Therapeut in Resonanz mit seiner Ganzheit (körperlich, emotional,
geistig und spirituell)
• Ausgewogenheit von linker und rechter Hirnhemisphäre
• Bewusste Wahrnehmung – das innere System und Schemata sowie die Bedeutung im
persönlichen Kontext – Bewegungs- und Ausdrucksbeobachtung – Kongruenz verbalen und
nonverbalen Ausdrucks
• Selbst- und Fremdwahrnehmung, eigene und fremde Grenzen, innerer und äußerer Dialog,
Reflexion
• Vertikale und Horizontale Präsenz
• Meta-Skills: Beobachterstatus und Resonanzfähigkeit sowie Neutralität zum therapeutischen
Geschehen
• Die Kunst des richtigen Zeitpunkts einer künstlerischen Intervention
• Die Kunst des Nicht-Tuns – den Prozess des Klienten vertrauend geschehen lassen ohne
intervenierend einzugreifen
• Gefahr der Ablenkung mit einem künstlerischen Medium
• Exkurs: Kreative Techniken als Ressourcen der KlientenInnen

3. Modul

Symptome und die Weisheit des Körpers 

• Symptome als Freund der eigenen Heilkraft weisen durch einen spontan-intuitiven Ausdruck
den Weg zum Gesundsein auf
• Den Spuren des Symptoms bis zum Grund seines Ursprungs folgen in für die Klienten
stimmigen Schritten
• Gestaltung des künstlerisch ausgerichteten Therapieprozesses mit Ganzkörperbildern,
intuitivem Malen, musikalischen, bewegten Ausdrucksformen
• Der erfahrbare Ausdruck des Symptoms, seine Bedeutung und darüber hinausgehende,
wegweisende Hinweise werden intuitiv und ganzkörperlich erfasst
• Es besteht ein Analyse- und Interpretationsverbot sowohl auf Seiten des Therapeuten als
auch auf Seiten der Klienten, das vorab vereinbart wird
• Die subjektive Bedeutung wird systemisch in Form eines inneren und äußeren Dialogs in
Kontakt mit den Ausdrucksmedien erfasst
• Verbale Reflexion und Integration des sich ergebenden Entfaltungs-, Entwicklungs-,
Handlungspotentials
• Exkurs: Kreative Techniken als Ressourcen der KlientenInnen

4. Modul

Im Wechselbad der Gefühle – Gefühlskreislauf

• Körperlich-seelische Gesundheit erfordert Präsenz sowie Akzeptanz und Wahrnehmung
dessen, was ist. In Kontakt mit der ganzen Gefühlspalette zu sein ist oft schwierig, wenn nicht
sogar unmöglich. Der Zugang zu tief verschütteten Gefühlen als ein kreativer Akt
• Die aktuelle Gefühlslage ist der Ausgangspunkt
• Über den spontanen kreativen Ausdruck verkörperte Gefühle erleben, entschlüsseln,
verstehen und in Kontakt mit körperlichen Empfindungen sein
• Bei »Hängenbleiben« im Gefühlskreislauf kreative Umwandlung von einer Gefühlsqualität in
eine andere
• Vom kreativen zurück zum sprachlichen Ausdruck finden, Reflexion und Integration des
Erlebten
• Exkurs: Kreative Techniken als Ressourcen der KlientenInnen

5. Modul

Der Weg ist dort, wo die Konflikte und Widerstände sind

• Hinter jedem Konflikt und Widerstand existiert blockierte, unterdrückte Energie und
Information. Durch den initiierten Transformationsprozess kann gebundene vitale Lebenskraft
wieder ins Fließen kommen. Die verborgene Kraft wird erfahrbar, kann als Ressource genutzt
werden
• Voraussetzung für Arbeit am Widerstand: Wertschätzung als Überlebensstrategie, Beachtung
seiner Schutzfunktion
• Respekt der Abgrenzung und Erweiterung der Grenze durch künstlerischen Ausdruck
• Symbolische Bedeutung der Medienwahl, Transformation in den Alltag
• Innere und äußere Konflikte
• Konfliktdynamik wird sichtbar über Rollenspiel, systemische Nutzung von Farben, Figuren,
Instrumenten und bewegten Ausdruck
• Neue Handlungsstrategien und Lösungen kreativ ausprobieren und im Alltag integrieren
• Exkurs: Kreative Techniken als Ressourcen der KlientenInnen

6. Modul

Die Essenz künstlerischen Ausdrucks im Rahmen der Therapie auf den Punkt gebracht

• Der gesunde Mensch als Persönlichkeit und Wesen in Kohärenz mit sich, anderen, der
Umwelt
• Heilung – Transformation – Integration
• Salutogenese und Resilienz für ein erfülltes, gesundes Leben
• Kreativität als Ressource
• Erforschung und Training spontanen Ausdrucks als Zugangsweg unbewusster / vorbewusster
Erfahrungen und Informationen
• Improvisieren mit vorhandenen Möglichkeiten im Sinne der Minimierung – weniger ist mehr
• Signale und Empfindungen des Körpers (z. B. Symptome), des Unbewussten (z.B. Träume)
und Intuition für Heilungs- und Entwicklungsprozess des Klienten nutzen
• Exkurs: Kreative Techniken als Ressourcen der KlientenInnen
• Abschluss-Feedbackrunde

TermineJeweils: Freitag 17 bis 21 Uhr
Samstag 10 bis 19 Uhr
Sonntag 10 bis 16 Uhr

Pro Wochenende 22 Unterrichtseinheiten á 45 Minuten
Gesamte Fortbildung 7 Wochenenden

2016
1. Modul „Theoretische Paradigmen und struktureller Aufbau“: 09.-11. September

2. Modul „Anforderungsprofil für die künstlerische Begleitung therapeutischer Prozesse“: 04.-06. November

Die Termine für die restlichen 4 Module werden Anfang 2016 festgelegt

Erforderliche VorkenntnisseTherapeutische Grundausbildung als Heilpraktiker (Psychotherapie) oder Abschluss der systemischen Weiterbildung bzw. der einjährigen Grundlagenausbildung in Gestalttherapie am Institut Sven Krieger
Teilnehmerzahl8-16
Kosten320€ x 7 (insgesamt 2240€)

Nutzen Sie die Förderung!
DozentenAlexandra Takats
Dr. oec. Heilpraktikerin (Psychotherapie), Gestalt- und Musiktherapeutin (DMTG)

Utsavo Renate Wiesmann
Dipl.Hdl. diplomierte Tanz- und Ausruckstherapeutin, Traumatherapeutin
VeranstaltungsortInstitut Sven Krieger, Schönherrstraße 8 (Gebäude 8, Eingang D), 09113 Chemnitz