Psychosomatische Integrationstherapie

Tanja Arnold

Ausbildung zum PSI-Therapeuten

Die PSI betrachtet den Menschen als eine Einheit (Körper, Seele, Geist und soziales Umfeld) und geht davon aus, dass sich Menschen Zeit ihres Lebens anpassen, ändern und weiterentwickeln. Damit das möglich ist, ist eine ständige Kommunikation zwischen den einzelnen Anteilen notwendig (Körper, Seele, Geist und soziales Umfeld).
 
Wenn die Kommunikation unter den Anteilen gestört ist, kann sich dies durch unterschiedliche körperliche oder psychische Krankheitsbilder bemerkbar machen.
 
Die PSI nutzt nun Elemente verschiedener psychotherapeutischer Richtungen, um dem Betroffenen die Möglichkeit zu geben, die entsprechenden Anteile zu heilen und so wieder eine gesunde Kommunikation zu ermöglichen. Dabei integriert die PSI auch die körperliche Ebene, weil sie davon ausgeht, dass auch motorische Fehlentwicklungen in der Kindheit zu Störungen in der Kommunikation führen können und sich bei einer Nachentwicklung der entsprechenden Bereiche sehr positive, unterstützende Effekte für eine Heilung ergeben können.

 

Einleitung

 

Die Ausbildung zur/zum PSI-Therapeuten vermittelt das Wissen, um den Menschen in seiner Gesamtheit in den Mittelpunkt der therapeutischen Arbeit zu stellen.
Hierzu lernen die Teilnehmer neben theoretischen Grundlagen, auch deren komplexe Verknüpfung. Nur so kann das Erlernte in Diagnose und Therapie erfolgreich eingesetzt werden.
 
Um die notwendige Erfahrung und Routine in der psychosomatischen Integrationstherapie zu erreichen, wird an jedem Schulungswochenende praktisch mit den bisher behandelten Techniken und Methoden gearbeitet. So wird gewährleistet, dass die Teilnehmer die vielfältigen Wissensinhalte verschiedener Fachrichtungen Schritt für Schritt zu einem Ganzen für sich verknüpfen können.
 
An jedem Schulungswochenende, besonders jedoch an den Wochenenden der komplexen Anwendung,  gibt es Raum, Fälle aus Alltag und Praxis einzubringen und Fragen zu klären.
 
In Interventionsgruppen sollen die Teilnehmer versuchen sich gegenseitig im Lernprozess zu unterstützen und die Zeiten zwischen den Schulungen zu nutzen. So können sie ihr Wissen vertiefen, festigen und erproben. Die Erfahrung in den Gruppen und ein vertrauensvolles Miteinander aller sollen ermöglichen, dass sich die Teilnehmer während der Ausbildung  intensiv  selbst reflektieren. Denn: Der Therapeut kann den Klienten nur den Weg zeigen, den er selber schon gegangen ist.
 
Nach Abschluss der Ausbildung sollen sich die Teilnehmer gestärkt und kompetent im Einsatz der Techniken und Methoden der PSI fühlen, um sie in eigener Praxis zu einzusetzen und ihre Erfahrungen damit stetig auszubauen.

 

Module

1. WE-Hand in Hand mit Kant (Philosophie für Therapeuten)

Am ersten Themenwochendene wird ein Schwerpunkt sein, dass die Teilnehmer sich kennenlernen und einen vertrauensvollen Umgang miteinander aufbauen können und so den Rahmen für intensive Selbsterfahrungen schaffen. Außerdem sollen sich die Teilnehmer in Interventionsgruppen zusammenschließen, um zwischen den Veranstaltungen das Gelernte zu vertiefen, zu erproben und Unklarheiten auszuräumen.
 
Thematische widmen wir uns der Philosophie der PSI. Die philosophische Perspektive bestimmt das Menschenbild und die Möglichkeiten des Einzelnen Einflus auf das eigene Leben zu nehemn das anderer. Kann jeder alles oder sind wir alle durch das Schicksal bestimmt? Welche Wirkung haben Selbstvertrauen, Gottvertrauen und Spiritualität im Heilungsprozess? Um die philosophischen Grundannahmen der PSI zu verstehen, umreißen wir die verschiedene Ansätze der westlichen und fernöstlichen Welt.
 

2. WE- Gut gefühlt, ist halb gedacht (Kognitionswissenschaft und Entwicklungspsychologie)

Im diesem Themengebiet befassen wir uns mit spannenden Erkenntnissen der Neuro- und Kognitionswissenschaft. Wir betrachten die Entwicklung und Funktion des Nervensystems ab dem Tag der Zeugung. Wie nehmen wir die Welt wahr und wodurch wird diese Wahrnehmung beeinflusst? Welche Informationen werden wie und wohin weitergeleitet? Und wie organisieren wir unser Wissen? Die entsprechenden Antworten und das Nutzen dieses Wissens im therapeutischen Prozess gilt es selbst zu erleben und miteinander zu erfahren.
 

 3. WE- Huch – ich Tollpatsch (Reflexologie – motorische und kognitive Entwicklung)

In diesem Themenbereich beschäftigen wir uns mit den frühkindlichen Reflexen und Halte- und Stützfunktionen. Die frühkindlichen Reflexe dienen der kognitiven Strukturierung und der motorischen Mobilisierung. Kommt es in diesem Bereich zu Störungen in Form mangelnder Integration der Reflexe, so hat nicht nur motorische Folgen. Motorische Reife ist die Voraussetzung für entspannte und kompetente Lebensgestaltung. Persistierende Reflexe hingegen sind ein permanenter Stressor, der dem System unnötig Kapazität raubt und außerdem die Bildung eines gesunden und stabilen Körperschemas verhindert.Dieses Fachgebiet findet sich in keinem anderen psychotherapeutischen Konzept, weshalb wir uns hier besonders mit der Notwendigkeit für die PSI beschäftigen.
 

4. WE- Komplexe Anwendung

An diesen Wochenenden vertiefen wir das Wissen der besprochenen Themenbereiche durch Selbsterfahrungsübungen und Fallbesprechungen.
Hier bietet sich Raum, Fragen zu bearbeiten und in Gruppen, sowie allein die Themen zu wiederholen und praktisch anzuwenden.
 

5. WE- Wenn ich ein Eisberg wär (Psychoanalyse und tiefenpsychologische Verfahren)

Sigmund Freud als Vater der Psychotherapie darf nicht fehlen. Am diesem Wochenende wiederholen wir die Inhalte des psychoanalytisches Konzeptes und beschäftigen uns mit den neuen tiefenpsychologischen Verfahren. Dieser Themenbereich ist ein wesentlicher Bestanteil der PSI und trotz seiner allgemeinen Bekanntheit hier nochmal ausführlich behandelt. Auch ohne rotes Sofa bieten sich reiche Möglichkeiten sich tiefenpsychologisch auszuprobieren und neue Erkenntnisse bei sich und anderen zu ermöglichen.
 

6. WE- „Links- Fahren, fühlt sich anfangs auch in England falsch an“ (Verhaltenstherapie)

Auch die Verhaltenstherapie, vor allem in ihren neuen Ausrichtungen, bildet einen wesentlichen Bestanteil der PSI. Neben den Lernformen, geht es darum, sich mit der Situations-/Problemanalyse vertraut zu machen, sowie die emotionsbasierte verhaltenstherapeutischen Konzepte kennenzulernen und selbst anzuwenden. Denn wer selbst erlebt, wie falsch sich richtige Veränderungen anfangs anfühlen, kann der Unsicherheit und dem Zögern der Patienten mit Gelassenheit entgegentreten.
 

7. WE- Komplexe Anwendung

8. WE- „Man kann nicht nicht kommnunizieren“ (Paul Watzlawick) (Kommunikationswissenschaft)

Wenn ein Leben ohne Kommunikation auch nicht möglich ist, so ist gute und gesunde Kommunikation doch nichts Selbstverständliches. In diesem Themenkomplex betrachten wir Leben, Krankheit und Gesundheit als Kommunikationsprozesse. Im engeren Sinne betrachten wir die Besonderheiten der menschlichen Kommunikation und besonders die Fallstricke, mit denen wir uns selbst, unsere Beziehungen und unsere Erfolge sabotieren.
 

9. WE- „Von ruhenden Felsen, Klammeraffen und Ping-Pong-Spielern“ (Bindungsforschung)

Hierbei stehen die frühesten Erfahrung eines Menschen im Mittelpunkt unserer Betrachtungen. Bereits als Säugling macht in Mensch entscheidende Erfahrungen, die das Selbst- und Weltbild bilden. Wie eine Brille wirken dies frühen Muster wirken bei allen weiteren Erfahrungen und beeinflussen so alle weiteren Entwicklungsprozesse. Welche Brille tragen sie – ist alles rosarot oder hängt der Himmel voller Geigen? An diesem Wochenende können sich ganz neue Einsichten in die eigenen Beziehungserfahrungen sowie die Endlosschleifen mancher Patienten ergeben.
 

10. WE- „Ich hab da so ein Gefühl“ : Emotionen als Wegweiser zu sich und anderen
(Emotions – und Sozialpsychologiepsychologie)

Emotionen sind keine Erfindung der Menschen. Doch sind wir die einzige Spezies, die sich ihrer Emotionen bewusst ist, dennoch möchten wir gern verdrängen. Die eigenen Emotionen wahrzunehmen und den dahinterstehenden Bedürfnissen gerecht zu werden, muss ein Mensch erst lernen, dies ist keine angeborene Fähigkeit. Sich seine Emotionen zum Freund zu machen ist die Grundlage für körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden. Wer sich selbst versteht, kann sich auch in andere hineinversetzen und sich entsprechend verhalten.
 

11. WE- Komplexe Anwendung

12. WE- alles nur Einbildung ? (Psychosomatik)

Zunächst unterscheiden wir zwischen Psychosomatik im engeren und weiteren Sinne und streifen dabei die westlichen und fernöstlichen Konzepte in diesem Bereich. In der PSI betrachten wir alle Krankheiten als Gesamtheit von psychischen, körperlichen, sozialen und Verhaltenswirkfaktoren. Durch diese umfassende Perspektive ergeben sich in der Übungsphase spannende und aufschlussreiche Beobachtungen, wenn der Körper plötzlich zum offenen Buch wird, in dem lesen kann.

13 . Komplexe Anwendung

14. WE- „Der tut nix, der will nur spielen“ (Systemische Familientherapie und Familienspiele)

Dieser Themenbereich ist ein grundlegender Baustein der PSI. Wir befassen uns mit dem Systembegriff und wenden ihn auf den Menschen als biologisches und soziales Wesen an. Im Besonderen betrachten wir das Funktionieren von Familien als Spielgemeinschaft, bei der alle Beteiligten derart agieren, dass das Spiel weitergehen kann. Die Selbstorganisation von Systemen und mögliche Schwierigkeiten, die bis zu ernsthaften gesundheitlichen Störungen führen können, sollen in diesem Bereich unser Thema sein, ebenso wie die möglichen therapeutischen Interventionen. Auch hier ist der Selbsterfahrungsteil besonders wichtig für die therapeutische Arbeit. Das System der eigenen Herkunftsfamilie sowie der der aktuellen Familie zu reflektieren übt im Umgang mit dem Verfahren und hilft beim inneren Prozess des Selbstverständnisses.

15. WE- Komplexe Anwendung

16. WE- Träume sind mehr als Schäume (Traumarbeit)

Auch in diesem Bereich greifen wir wieder auf das Wissen aus den bereits bearbeiteten Bereichen zurück. Nicht nur im Leben, sondern auch in den Träumen bietet sich ein komplexes Bild aktueller und vergangener Erfahrungen. Die möglichst vielschichtige individuelle Deutung von Träumen, birgt unerlässliches Potential im diagnostischen und therapeutischen Bereich. Um dieses für sich selbst und in der therapeutischen Arbeit nutzen zu können, beschäftigen wir uns mit den verschiedenen Möglichkeiten der Traum- und Symbolarbeit. Eigene Träume stehen im Mittelpunkt der Selbsterfahrungszeiten.

17. WE- Der schmale Grat zwischen Genie und Wahnsinn (Kreativtherapie)

In diesem Bereich können wir unmittelbar auf das Wissen der Traumarbeit zurückgreifen und dieses ergänzen. Träume und kreatives Schaffen stehen in unmittelbarem Zusammenhang, da beide ausgelöst durch Aktuelles, den Zugriff auf vergangenes und unbewusste Wissen ermöglichen. Dadurch können sich neue Einsichten, Perspektiven und Lösungen ergeben. Deshalb werden verschiedene Kreativmethoden mit ihrer spezifischen Wirkung betrachtet und situativ angemessen angewendet.

18. WE- Komplexe Anwendung

19. WE- Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile (Aristoteles) PSI Zusammenfassung

An diesem Wochenende wird die PSI nochmals zusammengefasst und intensiv die komplexe Anwendung geübt.

20.- 24. WE- Komplexe Anwendung

Diese Einheiten bieten den Raum weiter zu üben, eigene Problembereiche aufzuarbeiten, andere Teilnehmer dabei zu unterstützen oder aktuelle Fälle aus eigener Praxis zu thematisieren. Dabei soll das komplexe Wissen in der praktischen Arbeit stabilisiert und die verschieden Techniken und Methoden weiter routiniert werden.

 

TermineDie Ausbildung dauert 2 Jahre

Die Module findet jeweils einmal im Monat am Samstag und Sonntag statt.

Uhrzeit: Samstag: 10-17 Uhr, Sonntag 9-16 Uhr

Start der Ausbildung: 24./25.Juni 2017


Erforderliche Vorkenntnisse Keine
Teilnehmerzahl6-12
KostenPro Modul 180€ (Gesamtbetrag 4320€ )

Nutzen Sie die Förderung!
DozentinTanja Arnold (Heilpraktikerin Psychotherapie)
OrtInstitut Sven Krieger, Schönherrstraße 8 (Gebäude 8, Eingang D), 09113 Chemnitz